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Faszination Kreidler

Kein anderes Zweirad der 50 ccm Klasse, die liebevoll Schnapsglas-Klasse genannt wird, mutierte so stark wie die Kreidlermodelle. Vom zahmen Mofa bis zu hochgezüchteten Rennmaschinen war alles vertreten. Deshalb hielt sich Kreidler auch sehr lange auf dem Markt. Von 1951 bis 1982, also über 30 Jahre wurden die mannigfaltigsten Modelle angeboten. Dann stellte Kreidler die Produktion 1982 ein.

Es begann 1951 mit dem Modell K50 mit immerhin schon 2,2 PS. Damals wurden diese Zweiräder noch -Fahrrad mit Hilfsmotor- genannt. Es folgte 1954 das Modell K51, auch schon mit 2,2 PS. Die übliche PS-Zahl in dieser Klasse lag damals nur bei 1,5 PS. 1956 folgte das Moped „Amazone“. Ab 1956 begann dann die „Florett“ Ära, die bis zum Ende von Kreidler bestimmend war.

Bis 1966 wurden dann die sogenannten Florett Eiertank-Modelle gebaut, die damals mit bis zu 5,2 PS auf unseren Straßen unschlagbar waren.

Bis dahin war man an das ungewöhnliche Erscheinungsbild der Kreidler mit ihrem unsichtbaren Motor gewöhnt, der von zwei Blechschalen eingehüllt und gebläsegekühlt war. Dabei mußte man darauf achten, dass das Schutzgitter immer das Gebläserad abdeckte, sonst hatten die Schnürsenkel nur noch Schrottwert. Ab 1967 kamen dann die Modelle GT, TM, RM und RS mit fahrtwindgekühlten Motoren auf den Markt. Ab 1972 die Modelle RS mit freiwillig begrenzter Leistung auf 6,25 PS.

Unser Schwerpunkt liegt aber auf den Kreidler-Rennmaschinen, denn Kreidler war im Rennsport überaus rührig um nicht zu sagen unschlagbar. Wir haben das Glück, einige dieser echten Rennmaschinen ausstellen zu können und zwar von dem erfolgreichen Rennfahrer Wolfgang Gedlich aus Rüsselsheim. Außer Werksrenner sind auch Eigenbauten zu sehen, mit denen er auch erfolgreich war.

Da Wolfgang Gedlich 1999 schon verstorben ist, wurde uns die Sammlung von seinem Sohn Markus zur Verfügung gestellt.

Ansonsten war Kreidler sehr lange im Rennsport tätig. Die bekanntesten Fahrer waren H. G. Anscheid, Rudolf Kunz und Jan de Vries um nur einige zu nennen.

Es wurden auch ein Geschwindigkeits-Weltrekord in der 50ccm Klasse aufgestellt der mit 221,586 km/h heute noch gültig ist. Der Fahrer war Henk van Kessel. Ein sehr bekannter Tuner war Hendrik van Veen. Dessen Maschinen hatten am Ende sagenhafte 22,5 PS bei 17 000 u/min und bringen heute noch bei jedem Kreidler Enthusiasten die Augen zum leuchten.

Jetzt sind die offiziellen Rennen vorbei und sie werden nur noch hobbymäßig veranstaltet.

           

Info über Wolfgang Gedlich

Diese einmaligen Renner wurden uns von Markus Gedlich, dem Sohn des überaus erfolgreichen Rennfahrers Wolfgang Gedlich zur Sonderausstellung zur Verfügung gestellt.

Wolfgang Gedlich wurde am 29. 5. 1936 geboren und entdeckte bald seine Leidenschaft für Zweiräder. Um 1950 nahm er dann schon an Wettbewerben teil und zwar mit einem Fahrrad Eigenbau. Die Besonderheit war, dass er dem Fahrrad eine Vorderradfederung ver- passte um schnellere Rundenzeiten zu erzielen, was auch gelang.

Anfang der 50er Jahre bestritt Wolfgang sein erstes Rennen das er mit seinem Motorroller der Marke Progress bestritt und ihm gleich eine Goldmedaille und den Stolz seines Vaters bescherte

Weiter ging es mit seiner selbst frisierten Serien - Kreidler Florett. Damit war er von An-fang an bei nationalen Rennen auf Siege abonniert und sicherte sich damit große Aufmerksamkeit. Auch nach dem Aufstieg in den Moto-Cup, eine der heißumkämpftesten Motorradklassen der 50er Jahre riß die Erfolgssträhne nicht ab. Podiumsplätze neben großen Namen wie Rudolf Kunz waren mit Wolfgangs selbstgebauter Kreidler, die fast ausschließlich auf Serienteilen basierte keine Seltenheit. Deshalb ließ auch ein Sieg nicht lange auf sich warten.Beim legendären Eifelpokal-Rennen auf dem Nürburgring siegte Wolfgang in der 50ccm Klasse.

1962 saß Wolfgang dann auf einer reinrassigen Werks-Rennmaschine von Kreidler. Auf den Rennstrecken in ganz Europa schlug sich Wolfgang stets glanzvoll, obwohl er neben seiner Profikarriere nach wie vor sein Studium ausübte. Seine Teamkollegen waren die späteren Weltmeister Hans-Georg Anscheid und Rudolf Kunz die er nicht selten schlagen konnte.

Einer der größten Erfolge von Wolfgang Gedlich war 1974 der dritte Platz beim GP von Deutschland auf dem Hockenheim - Ring vor 100 000 Zuschauern.

In den Neunziger Jahren wurde er zur "Lap of Honour" geladen, einer Prestigeveranstaltung, bei der ehemalige Rennfahrer mit authentischen Rennmaschinen antreten. Alte Erinnerungen werden wach, hier vor dem Leaderboard des sage und schreibe 60 km langen Naturrund- kurses der "Isle of Man"

1999 starb Wolfgang Gedlich an den Folgen eines Autounfalls

       

Bilder Wikipedia

Eröffnung unserer Sonderausstellung

Am 9. November 2025 um 14 Uhr eröffnet das Motorrad- und Technikmuseum nun offiziell seine Sonderausstellung „Faszination Kreidler“ Aus diesem Grund findet ab 14 Uhr eine Talkrunde mit dem Thema „Wolfgang Gedlich-Rüsselsheimer Rennfahrer statt. Wir erwarten mehrere Gäste, die aus den Memoiren erzählen, welche sie gemeinsam mit Wolfgang erlebt haben.

Kontakt: www.motorrad-technik-museum.de oder mobil 01515 8886060